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Schwerpunkte seiner kompositorischen Tätigkeit sind die Bereiche der Kammeroper, der Vokalmusik und der Kammermusik. Einen wichtigen Aspekt vertritt dabei seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Ensemble Phorminx Darmstadt und dem Ensemble Pegnitzschäfer-Klangkonzepte Nürnberg.


Wichtige Anregungen erhielt er noch während des Studiums 1977 durch die Teilnahme am "Cantiere Internazionale d'Arte“ in Montepulciano/Italien, ein Festival, das von Hans Werner Henze initiiert wurde. Das für diesen Anlass komponierte Concertino LA FURIA für Violine und Schlagzeug ist eine erste vertiefende Auseinandersetzung mit dem Jazz (von GeigerInnen wie Jenny Abel, Isabelle Faust oder János Négyesy in Europa und den USA vielfach aufgeführt). Später fanden immer wieder musikalische Grenzüberschreitungen aus der Idiomatik der sog. Neuen Musik heraus statt wie z.B. 2004 Both Sides für zwei Klaviere (Duo Manz/Plagge).


Durch seinen Aufenthalt in Taiwan Anfang der Neunziger Jahre und auch durch den späteren Kontakt zum "CrossSound Festival" in Juneau/Alaska im Jahre 2000 begann eine bis heute anhaltende Auseinandersetzung mit asiatischer Musik und deren Instrumenten. So schrieb er ein Konzert für Erhu und Kammerorchester sowie Kammermusiken für Gayagûm, Changgu, Daegûm und Koto.
Während seines Aufenthalts in Taiwan von 1989 bis 1992 rückte neben der Auseinandersetzung mit asiatischer Kunst der Mythos der Argonautensage in den Blickpunkt künstlerischer Projekte. "Jason und Medea" wurden dabei im Konfliktfeld der Kulturen betrachtet. In dieser Zeit entstanden mehrere Kompositionen zu diesem Themenkreis (
Jason-Studie 1991, Jason-Essay 1993 und die Kammeroper Jason und Medea/Schwarz überwölbt Rot 1995, UA Nürnberg 1996).


Die Problematik des Verschwindens - ein weitgreifendes Phänomen der durchkapitalisierten westlichen Sphäre - wurde zu einem weiteren gewichtigen Thema der Jahre ab 1995. Kompositionen wie
rooms/räume 1997/98, labili arti 2001, inbilderzerfliessend 2003, Colori di dissidio 2004 sind unterschiedliche Facetten dieser Thematik. Die Beschäftigung mit asiatischen Instrumenten erfuhr durch die Zusammenarbeit mit dem AsianArt Ensemble Berlin eine erneute Vertiefung. So entstanden 2010 Approximation und 2016 Cantico. Das Werk Wiese und Aether 2012 reflektiert vor dem Hintergrund der Texte von Hölderlin, Ovid und Flusser die Problematik Mensch und Natur. 2013 vollendete er nach achtjähriger Arbeit den Zyklus voces - fragmentos de mis dias nach Texten des argentinischen Dichters Antonio Porchia. Der jungeChor Nürnberg führte 2013 anlässlich des Gedenkens an Anne Frank die für ihn komponierte Kantate Mein Name ist Anne Frank (Text von Alexander Gruber) mehrfach auf. Die erweiterte Fassung des Werks wurde vom Holocaust Memorial Center in Detroit (USA) und dem Chor und Orchester der Berkley Highschool/Farmington im selben Jahr uraufgeführt. In einem gemeinsamen Projekt zu Verdun mit dem Frankfurter Schriftsteller Otto Winzen bündelt der Komponist fotografische Arbeiten und den eigens dafür komponierten Zyklus altri pensieri für Violoncello Solo 2014 zu einer Trilogie gegen das Vergessen. 2017/2018 entstand der Zyklus Drei Farben für Horn und Violoncello – musikalische Reflexionen zur Kulturgeschichte von Farben, dem Hornisten und Leiter des Nürnberger Ensembles Pegnitzschäfer-Klangkonzepte Wilfried Krüger zum 70.Geburtstag gewidmet. 2018 die Kammeroper Pontormos Schatten (UA 2019 Reutlingen), eine szenische Metapher über die gesellschaftliche Verantwortung der Kunst. 2019 Mein Gesicht, dein Gesicht, Text Otto Winzen, eine facettenreiche biografische Rückschau und Ausblick für Sänger und Ensemble.


Auf mehr als 15 CDs sind seine Werke mittlerweile erschienen, u.a. 2010 die Portrait-CD
„labili arti“ beim Label telos records.