Volker Blumenthaler

Sonate für Violoncello Solo 1972

Die Komposition entstand 1972 und ist dem Cellisten Andreas Schmid gewidmet, der das Werk 1972 in Mannheim uraufgeführt hat.
Die einzelnen Teile der Sonate tragen folgende Überschriften: Preludio, Facette I, Torotumbo, Facette II und Postludio.
Das Stück ist in einer Bogenform komponiert. Die Teile 1, 2, 4 und 5 sind symmetrisch um den Mittelsatz Torotumbo gruppiert, dessen Bezeichnung einem lateinamerikanischen Tanz entlehnt ist. Es ist ursprünglich ein wilder und mysthischer Tanz, um böse Geister zu vertreiben, mit Feuer und Masken bis zur Ekstase und totaler Erschöpfung. Das Moment der Wildheit und der extremen physischen Anspannung bilden den programmatischen Hintergrund dieses Abschnittes. Preludio und Postludio sind ein Ein- und Ausschwingen des musikalischen Prozesses. Facette I / II sind kurze, in sich geschlossene Phrasen, die sich mosaikartig zu einem Ganzen fügen.